Alles hat seine Zeit / Poesie im Terzett Sonntag, Mai 31 2009 

Ist es lustig dann lache
traurig dann weine

Zeit zu denken
dann denke
Zeit zu spielen
dann spiele

lass es quellen
sprudeln fließen
benetzen
spielen

es tut sich alleine
der Ausführende sei …

Bjoern hat gesagt…

Und ist es Zeit, zu gehen, dann gib’ dich auf.
hinterlass’ keine Spuren. Lass dich zurück … 

manacur hat gesagt…

Kondensstreifen lösen sich sacht.
Nur Kinder fragen, wer hat sie gemacht.
Nach kurzer Zeit sind sie verschwunden.
Das Flugzeug gelandet, ist erdgebunden.
Am Himmel ein Hauch, eine Spur hinterlassen.
Vergangen, vergessen, schwer zu erfassen.

© CH

Komplimente ? / Poesie im Duett Freitag, Mai 29 2009 

Der kretische Taxifahrer

Er zeigt uns voller Stolz sein Haus.
Gut vorbereitet und neu sieht es aus.
Es wartet auf eine Frau, wie er.
Eine zu finden, sagt er, sei schwer.

Seine Hand weist müde über den Ort.
Ihm taugen sie nicht mehr, die Frauen dort.
Fast fremd sei er hier, kenne Urlauber nur.

„Wir müssen fahren!“ Er schaut auf die Uhr.

Auf der Fahrt zum Flughafen schaut er sie an
und fragt, ob sie ihm nicht helfen kann.
„Kennst Du eine Deutsche? Wie Du sollte sie sein,
nur zehn Jahre jünger, das wäre fein.“

© giocanda

manacur  erzählt
http://manacur.blogspot.com

Tauschhandel

Tauschhandel

Die deutsche Frau ist sehr begehrt.
Das durften wir erfahren,
So wurde meine Frau verehrt,
als wir in Kreta waren.

Der Wunsch des Taxifahrers war,
sie sollte sein wie sie,
etwa zehn Jahre jünger zwar.
Ein Kompliment wie nie!

Nicht nur die Kreter suchen Frauen,
denn in Marokko, ein Galan,
der Reiseführer voll Vertrauen,
bietet zum Tausch Kamele an.

Der Ehemann besinnt sich zwar.
Sie würde ihm doch fehlen.
Nur eine Frau. Ist wenig, klar.
Was soll er mit 50 Kamelen!

© CH

Gespräche mit L. über den Kreislauf der Natur Donnerstag, Mai 28 2009 

Je öfter wir den Tod nur als Durchgang betrachten, umso lockerer wird unser Verstand  das Werden und Vergehen als Kreislauf verstehen und  eines Tages damit umgehen können. Die Angst vor dem Tod richtet viel Unheil an …

Tod und Geburt
das gleiche Tor.
Mal steh’n wir hier
dann dort davor.
Das Tor des Lebens
steht weit auf
zur  Wiederkehr
im Lebenslauf.

© giocanda

Sommer Dienstag, Mai 26 2009 

Drei Töne nur


Vom Swimming-Pool
hallt pure Lebenslust.
Der kleine Kerl singt laut.
Ihm unbewusst erklingen
immer wieder nur drei Töne.

Es ist das Leben, das da singt.
Gesang – sich wiederholend – klingt
aus ihm und nimmt uns ganz gefangen.

Gebannt hören  wir alle zu, sind stumm.
Man lächelt überall um uns herum.

Das will ich filmen – anvisieren -
mit etwas Glück fotografieren,
den kleinen Kerl
und den Gesang einfangen.

Die Melodie bricht plötzlich ab.
Vorbei, zuende der Gesang.
Ein Spielzeug glitzert hell zu seinen Füßen.

Vorbei, zuende der Gesang.
Werd ihn mir merken müssen.

© giocanda

Fundstücke Sonntag, Mai 24 2009 

Maiwiese

Es schlängelt sich das graue Band
durch grüne Felder, weites Land.
Wir fahren durch den jungen Mai,
die Autobahn ist leer und frei.

Überall beginnt es zu sprießen.
Wir staunen und genießen.
Hier ein Kirchturm, dort eine Weide -
löwenbezahnt.
Bald ist es Sommer und man ahnt
schon die Sommerhitze. Ich sitze
wohltemperiert im Wagen.
Gemütlich ist es – Musik dazu …
„Achtung! Sieh mal dort, den Schuh!“
„Das hab ich schon öfter gesehen,
wie kann das nur geschehen?“
Wir beginnen zu sinnieren.
Einen Schuh zu verlieren ist schlimm,
wie soll man laufen?
Man müsste sofort neue kaufen.

Was wir schon alles gesehen haben!
Wir zählen auf:
tote Raben,
stille Füchse,
eingedrückte Colabüchse,
Wasserflaschen,
Einkaufstaschen,
platte Katzen
braune Spatzen …
manchmal auch ein totes Reh -

ein Bambi tut besonders weh.

Ach, es gibt so viele Dinge …
an der Scheibe Schmetterlinge …
Autoreifen,
Gummistücke,
abrisswund unter der Brücke …
Fahrräder und
Bauholzplatten …
Weißt du noch?
Erst letztens hatten
Müllers einen Fund gemacht:
sieben- oder waren’s acht
tausend Dollar – plattgedrückt.
Verloren oder fortgeschmissen,
ob die das viele Geld vermissen?
Erinn’re dich, die Weihnachtstanne!
Unterbrechung mit Musik …
Achtung! Autobahn A 3!
Zwischen Feuerbach und Haidt
liegt eine Badewanne.

© giocanda

Tanz der Töne Samstag, Mai 23 2009 

Was ist
wenn alle
Töne schwingen
und wie ein Chor
in Eintracht singen?

Wenn in uns
alle Töne tanzen
und sich vereinigen
zum „Großen Ganzen“?

© giocanda

Zum Thema Lustverlust Donnerstag, Mai 21 2009 

http://www.donnaschreibt.com/2009/05/nachtrag-gegen-lustverlust/
Auch der Sex steckt in der Krise

Vögel, die zu früh singen,
holt abends die Katz.

Vor fünzig Jahren noch verpönt,
sucht man  heut seinen Prinzen
mit Siebzig und wird nicht verhöhnt.

Was man  versäumt in jungen Jahren,
holt man jetzt nach in alten Tagen.

Den rüst’gen Vater führt der Sohn
voll Ernst zum Traualtar.
Selbst ist er Single, schon betagt,
mit leicht ergrautem Haar

Er und seine Freunde klagen,
sie hätten keine Lust.
Man  hört sie nun betroffen fragen:
liegt es am Stress oder am Frust?

Könnte es nicht sein, die Jungen,
sind müde, weil sie allzu früh gesungen?

;-)

© giocanda

Über die Freiheit Dienstag, Mai 19 2009 

Marionette

Der Puppenspieler
lässt die Puppe tanzen.
Sie muss sich nicht mühen.

Befreit vom Freisein
bewegt sich die Puppe.

Sie singt und tanzt
nach seinem Lied.

Was für ein leichtes Leben.

© giocanda

Es lügt der Mensch … Sonntag, Mai 17 2009 

Harlekin Ausschnitt

Es lügt der Mensch, so langer lebt.
Ein Lügennetz hat er gewebt.
Das ist schon sehr verdorben.
Lügt er nicht mehr
ist er gestorben.
Die Wissenschaft hat festgestellt,
mehrmals täglich lügen wir,
ja, es lügt die ganze Welt.
Der Einzelne so an die zwanzig mal am Tag.

Er kann es drehen, wie er mag.
Doch, dass er nur die Wahrheit sagt,
hört man von jedem, den man fragt.

Wir alle lügen, lügen, lügen,
jeden Tag, dass sich die Balken biegen.

„Wie seh’ ich aus? Passen meine Schuh,
mein Lieber, was sagst du dazu?“
„Sie passen gut.“ Er hat nicht hin geschaut,
sagt einfach ja, ihm ist vertraut,
dass sie von ihm Bestät’gung will.
Er lügt bequem, ist lieber still.

Bequemlichkeit lässt uns oft lügen -
mehrmals am Tag,dass sich die Balken biegen.

Nun, da Frau Meier weiß,
sie lügt nicht nur alleine,
sagt sie leichthin zu einer jungen Mutter:
„Ihre Kleine,was ist das für ein
ganz besonders schönes Kind“
und denkt dabei, dass alle Babys ähnlich sind.

„Guten Morgen“ , sagt die Sekretärin munter
zum Chef und denkt: rutsch mir den Buckel runter.
Die Mannequins lobt man in höchsten Tönen,
obwohl sie spindeldürr, die Schönen.
„Sie sehen immer jünger aus,
sagt man und denkt: das alte Haus!

Im Supermarkt am Samstag an der Kasse,
fragt einer, ober man ihn nicht vor gehn lasse.
Er hätte nur die Zigaretten.
Die meisten lächeln, lieber hätten
sie ihm gesagt, wie dreist sie es empfinden,
dass er fragt.

Die Mutter sagt zum Kind:
„Du musst die Wahrheit sagen“
und noch dazu: „man darf nicht lügen.“
Kurz drauf lügt sie, dass sich die Balken biegen.
„Wenn’s klingelt und sie sammeln für Amerika,
sagst du zu ihnen, meine Mutter ist nicht da.“

Wenn einer meint, er würde nur die Wahrheit sagen,
dann lügt er, ohne sich zu hinterfragen.
Wenn einer meint, er würd’ nicht lügen,
lügt er von vorn herein, dass sich die Balken biegen.

© giocanda

Klang der Stille/ Poesie im Duett Freitag, Mai 15 2009 

Klangschale mit grün 320

Stille
wunderbare Fülle
des Augenblicks
sofort belegt
von Gedanken
die ungeduldig warten
sich in Worte zu kleiden -
es ist nicht zu vermeiden
es sei denn
erneut berührt
der Klöppel die Schale
wieder
lauschst du
ihrer beider
verklingenden Lieder
bis sie am Ende
wieder erscheint
die Stille

© CH

http://manacur.blogspot.com

Worte

Stumm sitze ich
und lausche
auf den Klang
der Stille
zwischen ihnen

©  giocanda

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