Er gibt mir eine Schale
in die Hand.
Heiß ist es hier
am Straßenrand.
Ich trinke, will die Schale
auf den Tisch, den alten, stellen.
„Nein, wirf sie auf den Boden,
dort wird sie zerschellen.“
Genau wie diese Scherben,
werden wir nicht sterben.
Sie werden wieder Erde
in diesem „Stirb und Werde“.
Und irgendwann
nimmt jemand Ton zur Hand,
formt eine Schale
schenkt Dir Tee ein,
so wie ich am Straßenrand.
© giocanda
Im Mittelalter konnte einem Reisenden in Asien genau das passieren. Wahrscheinlich war unter den Teeverkäufern so mancher Weise.
Mai 10, 2009 um 22:26 |
Zerschellt,
das heißt Scherben,
die Form ist zerstört
und doch war es die Form,
die mich betört.
Wahre Worte schreibst du, liebe Barbara,
und doch haben wir Probleme,
im ersten Schmerz daran zu denken,
daß nach dem Vergehen Neues entsteht.
Mai 10, 2009 um 23:58 |
Die Schwierigkeiten vergehen, wenn wir die Gradlinigkeit des Verstandes etwas lockern.
Dass Neues entsteht, immer wieder in irgend einer Form, macht mich froh, finde ich gut. Sehen wir das so unterschiedlich?
…und doch war es die Form,
die mich betört.
Ja, die Form ist faszinierend, aber ob sie die einzige Möglichkeit der Existenz ist?
Mai 11, 2009 um 15:10 |
Sehr schönes Gedicht heute, liebe giocanda. Weise und lebendig. Was bleibt dem noch hinzuzufügen? Ich persönlich glaube ja, dass wir alle „eins“ sind, die Erde ein einziges pulsierendes Lebewesen und jeder einzelne von uns eine Zelle, ein Überlebensmotor, ein Wunder des Lebens.
Mai 11, 2009 um 15:31 |
… bis ins kleinste Detail. Ich glaube aber auch, dass unsere Sicht eine „beschränkte“ – eine begrenzte ist, sein muss.
Mai 14, 2009 um 11:55 |
Ja, das unterschreibe ich.
Mai 14, 2009 um 12:36 |
… um so mehr grenzt es an ein Wunder, dass sich jeder Mensch seine eigenen Bilder vom Leben malt, seine Worte findet, und! trotz aller Vielfalt auch noch Menschen, mit denen er kommunizieren kann.