Mit ihm geht Frau nicht gern zum Supermarkt.
Ihr scheint es, er verargt ihr den Genuss bei Einkaufen.
Sie liebt es hin und her zu laufen,
die Waren zu betasten, nachzudenken,
sie möchte doch kein Geld verschenken!
Er ist genervt, hat seine liebe Not,
denn sie prüft jedes Angebot
und meint, es könnte doch nicht schaden.
Er steht herum, es schmerzen ihm die Waden.
Geht er allein einkaufen, möchte er schnell fertig sein
und ganz genau so kauft er ein -
mit einem Zettel ! ?
Weder rechts noch links geschaut.
Ihr graut
Wo bleibt denn da der Lustgewinn?
Bei ihr zieht sich der Einkauf hin,
bis dass sie voll bepackt nach Hause fährt,
den Kühlschrank füllt, der, wie ihr scheint,
doch allzu sehr geleert.
Nun freut sie sich, dass alles wohl bestellt.
Er ist genervt!? Warum um alles in der Welt?
Sie findet Antwort. In der Zeitung steht,
wie ein Mann einkaufen geht.
Endlich kann sie es begreifen.
Vor tausenden von Jahren musste er
die Beute schnell nach Hause schleifen.
Sie hatten keinen Kühlschrank dazumal.
Es musste geradewegs und schnellstens gehen
im Neandertal.
War sie mit ihresgleichen ausgeschwirrt,
hat man gelacht, gezwitschert, ist im Wald herum geirrt.
Doch eines Tages setzten sie sich bei der Beerensuche
laut schnatternd unter eine Buche.
„Mal ruhig,“ sagt die Älteste, „wie woll’n wir uns orientieren?
Von jetzt an werden wir den Weg markieren!“
Geknickte Zweige schafften Übersicht,
ganz ohne Hinweisschilder geht es eben nicht.
Das gilt bis heute. Beschriftete Gänge
erlauben das Einkaufen ohne Zwänge.
Sie haben Spaß, wie damals dort im Wald.
Im Supermarkt ist’s wohlig warm dazu und nicht so kalt.
Sie müssen keine weiten Strecken laufen,
den Einkaufswagen füllen – einfach nur einkaufen.
Der Supermarkt ist für sie da, das ist ihre Domäne.
Er wartet schlecht gelaunt und beißt sich auf die Zähne.
Hier fühlt sie sich zu Hause. Ja, das ist ihr Reich.
Freundlich ruft sie aus dem nächsten Gang:
„Schatz, ich komme gleich.“
© giocanda
Juni 30, 2009 um 12:47 |
Eine wunderbare Beschreibung – in der ich mich auch sehr gut entdecken konnte
Aber gehe doch mit (d)einem Mann einmal in ein Autohaus, oder einen Technikmarkt! Umgekehrte Vorzeichen?!
Juni 30, 2009 um 13:10 |
Wir waren gerade beim Mediamarkt.
Ich habe mir ein Notebook gekauft – weil es elfenbeiweiß ist, musste es dieses sein. Zum Glück schnurrt es kommentarlos wie ein Kätzchen.
Zu lesen in:
http://ahora-giocanda.blogspot.com/2009/06/frau-kauft-sich-ein-notebook.html
(oder einfach auf der Linkleiste auf ahora-giocanda klicken).
.
Morgens stehe ich vor meiner Nespressomaschine und wähle unter den Regenbogenfarben der Pads eins nach meinem Befinden aus. Heute morgen war es grün.
Mein Mann, dieser Fremdling, hat eine absolut andere Herangehensweise – aber auch hier wirst Du Dich wiederfinden.
Juni 30, 2009 um 18:36 |
Bestimmt
Grün? Welche Befindlichkeit steht denn bitte für grün?
Juni 30, 2009 um 19:16 |
Warum grün?
Kann ich Dir nicht sagen, das läuft doch nicht über den Kopf, ist eine Befindlichkeit.
Juni 30, 2009 um 19:33 |
Eine weise Antwort …
Juni 30, 2009 um 20:07 |
Die Liste beim Einkaufen benötigen Männer doch nur, um sich gegen unberechtigte Vorwürfe nach dem Einkauf verteidigen zu können
http://manacur.blogspot.com/2009/06/die-neue-stelle.html#comments
Juni 30, 2009 um 22:46 |
ich würde eher sagen, Euch fehlt das Talent mehrere Dinge auf einmal zu denken
, Querverbindungen herzustellen, länger als zwei Tage voraus zu denken und und und
*übertreib*
Juni 30, 2009 um 23:06 |
ja, ja, deswegen sind wir ja auch völlig hilflos, besonders was PC usw. betrifft
Juli 1, 2009 um 07:55 |
@ manacur
.
ja, Dein PC-Wissen ist durchaus
schätzenswert
ohne Dich *ernsthaft überleg* …
würde ich noch Beeren und Pilze sammeln.
Juli 1, 2009 um 07:20 |
Ach, was ist das für eine herrliche und zutreffende Studie, liebe Barbara!
Man sieht: So viel hat sich seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte nicht verändert.
Viel Spaß mit deinem neuen Note-Book!
LG – Donna
Juli 1, 2009 um 08:05 |
Man liest, redet und hört doch immer wieder mal, wir seien jeweils eine Seite der gleichen Medaille und männlich und weiblich würden sich immer mehr angleichen, weil jeder Mensch alles in sich schlummern hat.
Ich frage mich, ob es dann noch so spannend ist, wenn es denn mal so sein sollte ist, sprich, die Emanzipation so weit fortgeschritten ist?…???
Liebe Grüße
Barbara
Juli 1, 2009 um 11:33 |
Mit meinem Göttergatten einkaufen zu gehen, habe ich mir abgewöhnt. Unsere Erfahrungen decken sich komplett.
Mitfühlende Grüße
Anna-Lena
Juli 2, 2009 um 14:29 |
Alles eine Frage der Gewohnheit. Mit den Chromosomen hat es wahrscheinlich weniger zu tun als mit der geschichtlichen Realität: Das Sein bestimmt das Bewusstsein!
Liebe Grüße
Helmut
Juli 3, 2009 um 09:46 |
… und die die Umstände bestimmen unser Handeln, lieber Helmut. Gruß
Barbara