Parabel Dienstag, Nov 10 2009 

Parabel

Ein Mensch wollte den Garten säubern,
von Ameisen, den flinken Räubern.
Sie hatten sich, fast über Nacht,
unter den Steinen breit gemacht.
Er hebt sie hoch, rückt sie zur Seite.
Die meisten der Tiere suchen das Weite.
Die Babylarven, jetzt ungeschützt,
werden schnellstens unterstützt,
von Helfern verfrachtet durch dunkle Gänge,
gestapelt im Schatten, in drangvoller Enge.

Doch einige, mit großer List,
betätigen sich als Terrorist.
Sie attackieren den Riesen,
den miesen.

Der Mensch stark zerbissen,
von Schmerzen zerrissen,
schüttet Wasser in ihr Haus.
Die Tiere fliehen, schwärmen aus
und sammeln sich
in großer Hast unter einem alten Ast,
wie nicht anders zu erwarten,
in seinem oder Nachbars Garten.

© bmh

Herbstgespräch Donnerstag, Nov 5 2009 

.

Die Sonne schleicht nur noch daher,
zieht matt am Horizont entlang.
Die Bäume frösteln kahl und leer,
am Wegesrand die kalte Bank.
Die Vögel sind verstummt.
Ich  laufe eingemummt.

Nachbars Kinder mit bunten  Mützen
laufen vergnügt durch  alle Pfützen.
Im Nebel sind sie gut zu sehen.
Ich schaue zu und bleibe stehen.
Blätter ausgefranzt mit Narben
schimmern feucht in allen Farben.

Wo  kommen sie her, wo gehen sie hin?“
Sie bringen mir ein schönes buntes,
fragen nach dem Sinn.
Drauf musst Du vorbereitet sein.
„Das Blatt? geht wieder  in den Kreislauf ein,

den Kreislauf der Natur.“
Dort ruht es nur.
„Wie lange?“,  will die Kleine wissen.
„Nur bis zum nächsten Jahr.“
Skeptisch fragt ihr Bruder:
„Ist das auch wirklich wahr?“

© bmh

Bruni hat mir die letzte Strophe verbessert. Sie hatte eine Schwachstelle. Oft ist es schwer, das Gedachte und im Verstand fixierte wieder aufzulösen.

So gelesen hört es sich wirklich gut an:

…Wo  kommen sie her, wo gehen sie hin?“
Sie bringen mir ein schönes buntes,
fragen nach dem Sinn.
Drauf musst Du vorbereitet sein.
„Das Blatt? geht wieder  in den Kreislauf ein…

Der Kreislauf der Natur
verändert nur
das Blatt,
das sommersatt
vom Baume fällt.
Zu Erde wird es
und vergeht
bis Frühlingskraft
mit großer Macht
uns neue feinste
Blätter schafft.

© Bruni Kantz